Gambling Commission: Erneut Millionenstrafen gegen Online Casinos

    Wenn eine Glücksspielbehörde in den letzten Monaten und Jahren mit enormen Strafen auf sich aufmerksam machen konnte, dann die britische Gambling Commission. Aktuell sorgt die Behörde ebenfalls wieder für Bauchschmerzen bei zahlreichen Anbietern, denn im Zuge umfangreicher Ermittlungen gegen mehr als 120 Online Casinos wurden einige Unternehmen aufgespürt, die sich offenbar nicht immer an die Regeln halten. Und die erwartet nun eine Strafe von insgesamt gut 4,5 Millionen Pfund, was mehr als fünf Millionen Euro entspricht.

    Gambling Commission hat wieder zugeschlagen

    So wie das Jahr auf dem britischen Glücksspielmarkt endete und anfing, so geht es auch Richtung Mitte des Jahres weitere. Bereits vor langer Zeit hat die britische Gambling Commission Untersuchungen in der Glücksspielbranche eingeleitet. Und bereits vor einigen Monaten wurden so schon Unternehmen zu Strafzahlungen von mehr als 15 Millionen Euro verdonnert. Da sich die Unternehmen auf dem Markt aber offenbar noch immer nicht an die Spielregeln halten, nimmt das Klingeln in der Kasse der britischen Glücksspielbehörde auch erst einmal kein Ende. Im Rahmen der umfangreichen Ermittlungen, in denen mehr als 120 Anbieter untersucht wurden, hat die UKGC wieder vier Unternehmen entdeckt, die gegen die gesetzlichen Vorgaben verstoßen haben sollen. Zur Kasse gebeten werden auch diese Konzerne, insgesamt sollen rund 4,5 Millionen britische Pfund als Strafe gezahlt werden.

    Konkret geht es auch in diesem Fall wieder um einen Verstoß bzw. mehrere Verstöße im Bereich der Geldwäsche- und Verbraucherrichtlinien. Diese waren auch im letzten Jahr der Grund für die Strafzahlung der Online Casinos gewesen. Ein Zufall ist das ganz sicher nicht, denn die britische Gambling Commission kündigte erst jüngst an, die Arbeit im Jugend- und Spielerschutz künftig noch einmal zu intensivieren.

    Verstöße wie ein roter Faden

    Die Verstöße gegen die Geldwäsche-Richtlinien oder die Vorgaben beim Spielerschutz sind in Großbritannien keinesfalls eine Seltenheit, sondern ziehen sich im Prinzip wie ein roter Faden durch die Glücksspielbranche. Insofern verwundert es nicht weiter, dass die Vorwürfe gegen die insgesamt vier Unternehmen auch in diesem Fall wieder in diese Richtung gehen. Beschuldigt wird zum Beispiel der Konzern InTouch Games, der laut Gambling Commission keine ausreichende Gefahrenanalyse bei den Transaktionen seiner Kunden durchgeführt haben soll. Da InTouch Games mit mehr als fünf Millionen Kunden ein enorm großer Anbieter ist, wäre eine derartige Gefahrenanalyse aber dringen notwendig, um zum Beispiel die Geldwäsche für den Terrorismus zu verhindern. Darüber hinaus dient die Gefahrenanalyse dazu, um zum Beispiel Auffälligkeiten im Spielverhalten der Spieler festzustellen und diese dann auf mögliche Gefahren durch ihr Spielverhalten hinzuweisen. Auch das ist offenbar nicht oder in einem nicht ausreichenden Maße bei InTouch Games der Fall gewesen. Gemeinsam haben zudem alle vier beschuldigten Unternehmen die Tatsache, dass zwar ein Geldwäschebeauftragter im Unternehmen zu finden sei, die Funktionsträger für ihren Beruf aber nicht ausreichend ausgebildet worden seien.

    Die britische Gambling Commission erklärte in Persona von Direktor Richard Watson, dass man weiterhin neue Standards einführen werde und auch deren Einhaltung gewährleisten wolle. „Wir haben hart dafür gearbeitet, die Standards der Online-Industrie anzuheben, um dafür zu sorgen, dass Glücksspiel kriminalitätsfrei wird“, so Watson. Gleichzeitig gab der Direktor zu verstehen: „Unsere Arbeit hört hier nicht auf. Als Regulator werden wir weiterhin neue Standards einführen und ihr Einhaltung gewährleisten, um die Spieler zu schützen. Wir erwarten von den Betreibern, dass sie ihre Kunden kennen und ihnen die richtigen Fragen stellen, um die Geldwäschegesetze einhalten zu können und den sozialen Verpflichtungen nachzukommen.“

    Unterschiedlich hohe Strafen

    Bemessen wird die Strafe der jeweiligen Unternehmen natürlich an der Schwere der Verstöße. Einige Anbieter müssen hier also etwas tiefer in die Tasche greifen, da zum Beispiel Problemspieler trotz interner Meldungen nicht kontaktiert wurden oder die Herkunft von eingezahlten Summen nicht geprüft wurde. So soll ein Anbieter einem Spieler problemlos die Einzahlung von mehr als 40.000 Euro ermöglicht haben und musste im weiteren Verlauf zugeben, dass dieses Geld wohl aus kriminellen Aktivitäten stammt. All das möchte die UKGC künftig verhindern, weshalb teils enorm drastische Strafen ausgesprochen werden. In diesem Fall allerdings sind die Summen noch recht human. Angeführt wird die Strafzahlungsliste von der InTouch Gaming Limited, die rund 2,2 Millionen Pfund an die Behörde zahlen muss. Ebenfalls zur Kasse gebeten werden aber auch die Betit Operations Limited mit 1,4 Millionen Pfund, die MT Secure Trade mit rund 700.000 Pfund und die Bestbet mit rund 230.000 Pfund. Auch wenn diese Strafen also durchaus eine abschreckende Wirkung haben können, ist auch in Zukunft noch davon auszugehen, dass der Gambling Commission derartige „Fische ins Netz“ gehen. Positiv: Die eingenommenen Zahlungen werden in der Regel in die Entwicklung neuer Standards gesteckt oder kommen zum Beispiel gemeinnützigen Organisationen zu gute, die Opfer von Straftaten aufgrund einer Glücksspielsucht unterstützen.

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