Evolution Gaming: Aus für Live-Studio in Georgien

    Die Glücksspielbranche steht in der Corona-Krise weltweit unter Druck. Kurioserweise haben gerade die Online-Anbieter in diesen Tagen in der Regel noch keine großen Ausfälle zu beklagen. Vor allem dann nicht, wenn Casinospiele angeboten werden. Wo Sportwetten und Co. wegfallen, sorgen die Automaten und Live-Spiele als Lückenfüller schnell für Unterhaltung. Gefahr droht aber vor allem von behördlicher Seite. Immer mehr Unternehmen müssen aufgrund staatlicher Vorgaben in der Krisenzeit ihre Türen schließen. Davon betroffen ist jetzt auch der Live-Provider Evolution Gaming. Der muss sein Live-Studio in Georgien dicht machen.

    Fast 2.000 Evolution-Mitarbeiter in Georgien

    Die Corona-Krise hat die Glücksspielbranche zwar noch nicht mit voller Breitseite erwischt, wirklich relaxt ist die Lage aber auch bei den Casino-Anbietern nicht mehr. Jetzt dürften sich die Sorgenfalten noch einmal vergrößern. Zahlreiche Online Casinos halten ihre guten Zahlen unter anderem durch die Live-Dealer-Spiele auf einem anständigen Niveau. Doch ganz so krisensicher wie bisher angenommen, scheint auch dieser Branchenzweig nicht zu sein. Ein Blick nach Georgien bestätigt das. Hier musste vor einigen Tagen der internationale Glücksspiel-Entwickler Evolution Gaming sein Live-Casino-Studio in der Landeshauptstadt Tiflis schließen. Der Grund liegt in Anordnungen der georgischen Regierung, welche die Ausbreitung des Corona-Virus eindämmen möchte. Betont wurde dabei, dass es sich lediglich um eine temporäre Schließung handelt. Wie auch in anderen Ländern, soll in Georgien möglichst schnell wieder Normalität einkehren.

    Für Evolution Gaming ist der Umstand trotzdem enorm bedenklich. In Georgien ist der Konzern massiv vertreten. Laut eigenen Aussagen beschäftigt man in dem südosteuropäischen Land fast 2.000 Mitarbeiter. Überraschenderweise haben die Börsenkurse nicht allzu heftig auf die Meldung reagiert. Diese blieben an der Börse in Stockholm stabil, was vor allem mit der vielseitigen Aufstellung zu tun haben dürfte.

    Andere Live-Studios können Verlust wohl auffangen

    Insgesamt ist Evolution Gaming in elf verschiedenen Staaten tätig. Neun davon in Europa, zudem auch die USA und Kanada. In allen Ländern werden Live-Studios für die Übertragung von Tischspielen wie Baccarat, Roulette oder Black Jack angeboten. Teilweise streamt der Entwickler hierfür sogar live aus den Spielsälen der landbasierten Spielbanken. In den letzten Jahren konnte sich Evolution Gaming im Live-Dealer-Bereich so einen Ruf als Branchenprimus mit besonders hochwertigen Entwicklungen sichern. Genau die sind nun auch weiterhin der Grund für Zuversicht. Der Konzern teilte mit, dass man die finanziellen Einbußen aus Georgien aktuell noch mit den anderen Live-Studios auffangen kann. Das Problem: Der Plan geht nur auf, solange die Standorte in anderen Ländern nicht ebenfalls von Schließungen bedroht sind. Ansonsten dürfte Evolution Gaming ebenfalls in eine komplizierte Situation kommen. Ein Vorteil: Aufgrund der Verteilung existiert eine reelle Chance, dass niemals alle Studios gleichzeitig komplett dicht machen müssen.

    Wie der Konzern mitteilte, hofft man ohnehin darauf, in Georgien schon bald wieder uneingeschränkt arbeiten zu können. Von Seiten des Entwicklers heißt es: „Das Studio in Tiflis hält sich an die aktuellen Richtlinien bezüglich räumlicher Distanzierung und das Unternehmen hat umfangreiche Infektions-Präventionsmaßnahmen im Studio eingeführt. Evolution Gaming steht zudem in einem engen Kontakt mit den örtlichen Behörden, damit die ergriffenen Maßnahmen überprüft werden können und das Studio bald wieder geöffnet werden kann.“ Ob die baldige Öffnung allerdings tatsächlich so schnell möglich sein wird, darf aktuell angezweifelt werden. Auch Georgien steht tendenziell noch am Beginn der Corona-Krise. Immerhin wurden hier aber noch keine landesweiten Schließungen durch die Politik verfügt. Sollte sich die Situation durch die regionalen Einschränkungen nicht verbessern, könnten aber auch flächendeckende Arbeitsverbote eingeführt werden.

    Unterhaltungs-Unternehmen müssen sich neu ausrichten

    Bisher scheint die Lage rund um Evolution Gaming also zumindest noch nicht allzu bedrohlich zu sein. Dennoch gilt auch in diesem Fall, dass im Prinzip nur auf Sicht gesteuert werden kann. Kaum jemand vermag vorherzusagen, wie sich die Lage in Georgien innerhalb der nächsten Wochen oder auch nur Tage entwickelt. Fakt ist, dass der Druck im Land auf die Politiker zunimmt. Immer mehr Stimmen fordern ein klares Herunterfahren der Aktivitäten, so wie dies auch in zahlreichen anderen Ländern bereits der Fall ist. In ganz Europa hofft die Branche darauf, dass die Auswirkungen möglichst gering gehalten werden können. Zudem soll der normale Betrieb möglichst schnell wieder aufgenommen werden. Problematisch ist die Lage derzeit vor allem für die Unternehmen, die vorwiegend Wettangebote zur Verfügung stellen. Rund um den Globus wurden zahlreiche Sportveranstaltungen abgesagt. Die Einbußen in diesem Bereich gehen in die hohen Millionenbeträge. Umso bitterer wäre es für die Konzerne, wenn mit den Live-Spielen im Casino-Sektor ebenfalls ein wichtiger Teilbereich wegbrechen würde.

    Immerhin: In vielen Ländern wurde der Glücksspielbranche bereits eine finanzielle Unterstützung durch die Behörden zugesagt. Nicht zuletzt deshalb, weil unzählige Arbeitsplätze durch die Corona-Krise bedroht sein könnten. Keine Frage, die Herausforderungen für die Branche sind enorm. Und könnten in den kommenden Wochen sogar noch einmal zulegen.