Responsible Gambling Week: Britische Online Casinos in der Kritik

    Die Kritik an der Arbeitsweise der britischen Online Casinos ist nicht neu. Erst vor wenigen Tagen wurden die Branche und die Behörden im Parlament von mehreren Politikern kritisiert, jetzt äußert sich im Rahmen der Responsible Gaming Week neue Kritik. Im Fokus steht hier vor allem der Umgang mit den VIP-Spielern. Diese werden von den Casinos offenbar regelmäßig mit Prämien dazu verleitet, neue Einsätze zu platzieren. Kritikern ist dieses Vorgehen ein Dorn im Auge.

    Gezielte Suche nach VIP-Betreuern: Branche in der Kritik

    In Großbritannien findet seit vergangenem Mittwoch die sogenannte Responsible Gambling Week statt. In dieser Woche wird auf die möglichen Gefahren und Probleme hingewiesen, die durch das Glücksspiel entstehen können. Zusätzlich dazu hat eine Recherche der britischen Tageszeitung „The Guardian“ dafür gesorgt, dass in diesem Jahr besonders großer Diskussionsbedarf in der Gambling Week herrscht. So teilte die Zeitung mit, dass britische Online-Glücksspielanbieter gezielt nach Arbeitskräften suchen würden, welche die VIP-Spieler umsorgen können. Zitiert wird in diesem Zusammenhang eine Anzeige, in der ein Glücksspielkonzern nach einem VIP-Betreuer sucht, der den „Lebenszeitwert und den Umsatzbetrag der VIP-Spieler“ erhöhen könne.

    Hierbei handelt es sich also um Arbeitskräfte, welche besonders aktive und umsatzstarke Spieler mit Bonusangeboten, Prämien, Gutscheinen oder kleinen Geschenken an den Anbieter binden sollen. Für die britische Branche ist diese Art der Werbung speziell in den letzten Monaten enorm wichtig geworden, da die breitflächige Werbung im Fernsehen oder anderen Medien verboten ist.

    Verbraucherschützer kritisieren Maßnahmen der Casinos

    Was für die Branche nach einem ausgeklügelten Werbe-Coup klingt, ist für zahlreiche Branchenkritiker allerdings ein Unding. So erklärten diese, dass man mit den Geschenken und Extras pathologische Spieler immer wieder dazu bewege, in den Casinos zu spielen. Die Glücksspielunternehmen würden sich damit dem gegenüberstellen, was sie selbst von sich behaupten: Sich für den Spielerschutz einzusetzen. Erst jüngst kritisierte eine Gruppe Parlamentarier die Glücksspielbranche des Landes und gab an, diese würde sich zu wenig um den Schutz der Spieler kümmern. In diesem Zusammenhang verlangte die Politiker-Gruppe auch eine Anpassung der Online-Einsätze auf nur noch maximal zwei Pfund pro Runde.

    Eine Reaktion auf die erneute Kritik der Verbraucherschütze kam von Seiten des Glücksspielriesen GVC Holdings. Das Unternehmen teilte mit, dass man die Kritik an den VIP-Programmen nicht teile. Man wolle stattdessen so dafür sorgen, dass die treusten und loyalsten Kunden auch vom besten Service profitieren könnten. Außerdem sei das Unternehmen dazu verpflichtet, den Kunden jederzeit eine sichere Umgebung für den Spielspaß zur Verfügung zu stellen. Ein verständliches Argument, allerdings könnten die Recherchen der Zeitung trotzdem dafür sorgen, dass auch die VIP-Programme von den britischen Glücksspielbehörden noch einmal genauer untersucht werden.

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