Resorts World Catskills: Nichts geht mehr beim Casino-Giganten?

    Es droht Ärger im ansonsten schillernden US-Bundestaat New York. Ausgerechnet im Fokus: Das größte Casino der Umgebung. Das Resorts World Catskills. Erst vor etwas mehr als einem Jahr wurde der Casino-Tempel eröffnet, jetzt soll er sich in einer schwierigen finanziellen Schieflage befinden. Wie US-Medien berichten, sind die Verluste in der ersten Jahreshälfte 2019 bereits so groß, dass das Etablissement vor einem Aus steht.

    Verzockt? Fast eine Milliarde US-Dollar Schulden

    Casinos auf der ganzen Welt sind nicht nur bei den Spielern beliebt, sondern auch bei den Eigentümern und Betreiberunternehmen. Immerhin gilt das Glücksspiel schon seit vielen Jahrzehnten als sichere Einnahmequelle und hat diesen Ruf bislang eifrig bestätigt. Es geht allerdings auch anders. Schmerzlich erfahren muss das aktuell der Casino-Riese Resorts World Catskills im US-Bundestaat New York. Was erst im Jahre 2018 als milliardenschwerer Traum begann, entwickelt sich mehr und mehr zu einer echten Horror-Vorstellung. Insgesamt rund 1,2 Milliarden US-Dollar hat sich die Betreiberfirma der Empire Resorts das Prunkstück in New York kosten lassen. Das Problem: Das größte Casino des Bundestaates spielte einfach nicht ausreichende Gewinne ein. Innerhalb der ersten Jahreshälfte 2019 soll die Spielbank bereits Verluste im Wert von rund 73 Millionen US-Dollar gemacht haben.

    Nun befindet sich das Unternehmen laut verschiedener US-Medien in einer echten Problemspirale, in der ausstehende Kredite nicht getilgt werden können. Und die Summe ist horrend. Aktuell sei das Casino mit einem Betrag von rund einer Milliarde US-Dollar in den Miesen. Und die Aussichten, dass diese Kredite in naher Zukunft flüssiger zurückgezahlt werden können, scheinen nicht vorhanden.

    Zu starke Konkurrenz in der Umgebung?

    Von Seiten der Politik gab es vor der Eröffnung im letzten Jahr vor allem die Hoffnung, dass das neue Mega-Resort reihenweise Arbeitsplätze hervorbringen würde. Immerhin hatte man diese Erfahrung in der Vergangenheit bereits mit anderen Spielbanken sammeln können. Das bekräftigte erst vor rund einem Monat auch noch einmal der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo in einem Radio-Interview: „Wir haben die Casinos in Upstate New York nicht deshalb genehmigt, weil wir die Branche für eine Schöne halten, sondern weil die Wirtschaft in Upstate seit Jahren rückläufig ist. Die Casinos haben Tausenden Menschen im Norden New Yorks Arbeitsplätze gebracht und gleichzeitig Milliarden von Dollar investiert.“ Doch der Plan ging offensichtlich in diesem Fall nicht auf. Wohl auch, weil das Resorts Worl Catskills mit einer enorm starken Konkurrenz in der „Nachbarschaft“ zu kämpfen hatte.

    So sind in New York mehrere Cainos zu finden. Vier etwas kleinere Resorts, zusätzlich fünf Indianer-Casinos. Zu diesen neun Casinos gesellen sich mehrere Rennbahnen, die neben dem Rennbetrieb auch Casinospiele anbieten. Insgesamt also eine horrende Konkurrenz, die dem Resorts World Catskills scheinbar schon in den ersten Monaten nach der Eröffnung enorm zugesetzt hat. Zumindest für einige Analysten kommt diese Entwicklung nicht überraschend. Die bekannte Zeitung der New York Times erklärte zum Beispiel in einem Bericht vor rund fünf Jahren schon einmal anhand von Analysten, dass der Glücksspiel-Markt in New York gesättigt sei und sich vermutlich bald ein Rückgang einstellen werde. Genau das scheint nun zuzutreffen.

    Mobile Sportwetten und neues Marketing für neues Feuer

    Trotz der aktuell misslichen Lage scheint man beim Unternehmen Empire Resorts allerdings keinesfalls einen Gedanken ans Aufgeben verschwenden zu wollen. Bereits jetzt befindet sich das Unternehmen mehrheitlich in der Hand einer asiatischen Unternehmensgruppe. Und die hat offenbar ebenfalls schon vor einiger Zeit erkannt, dass in New York etwas im Argen liegt. Im Februar dieses Jahres wurde in einem Statement mitgeteilt, dass sich die Empire Resorts in einer schwierigen Lage befinden würden. Trotz mehrfacher Zuführungen von Kapitalgeldern habe sich keine positive Entwicklung eingestellt und man könne auch in der Zukunft erst einmal nicht davon ausgehen, dass dieses Unternehmen selbstständig finanziell wirtschaften kann, so der Mutterkonzern Anfang des Jahres.

    Große Hoffnungen werden in Asien offenbar in die Legalisierung der Online-Sportwetten gesteckt, was in New York schon bald der Fall sein soll. Hier möchten die Resorts noch einmal groß mitmischen und so mögliche Verluste durch die ausbleibenden Spielerzahlen wettmachen. Darüber hinaus wird offenbar auch eine großflächige Marketingkampagne angepeilt, mit der die Attraktivität des Casinos noch einmal hervorgehoben werden soll. Trotz dieser Bemühungen bleibt es allerdings fraglich, ob sich die finanzielle Lage des Casinos deutlich ändern wird. Auch die Konkurrenz wird auf dem Online-Wettmarkt mitmischen wollen. Zusätzlich dazu ändert ein breiteres Angebot nichts an der von Analysten angesprochenen Sättigung des Marktes. Es ist durchaus realistisch, dass das Problem der Verschuldung auf diesem Wege nur etwas hinausgezögert wird. Gerade aus Sicht der Angestellten bleibt aber natürlich zu hoffen, dass die neuen Maßnahmen Erfolg haben werden und die Arbeitsplätze auch in Zukunft gesichert sind.

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