Poker-Wahnsinn: Deutscher gewinnt WSOP 2019

    Die World Series of Poker haben auch im Jahre 2019 wieder einen Champion hervorgebracht. Aber nicht nur das: Der neue Titelträger stammt aus Deutschland und kann damit zum ersten Mal seit 2011 die Poker-WM wieder in die Bundesrepublik holen. Hossein Ensan heißt der neue deutscher Poker-Superstar, der sich durch seinen Sieg in Las Vegas am Final-Table neben dem Platz in den Geschichtsbüchern auch ein Preisgeld in Höhe von zehn Millionen US-Dollar sichert.

    Zweithöchster WM-Jackpot aller Zeiten

    Mehr als zehn Tage lang wurde im Rio All-Suite Hotel and Casino in Las Vegas die World Series of Poker 2019 ausgerichtet. Nach unzähligen schweißtreibenden und spannenden Momenten ist mit Hossein Ensan ein Champion gefunden. Der Deutsche spielte ein enorm souveränes Turnier und war für viele Experten bereits vor dem ersten Blind am Final-Table der deutliche Favorit. Kein Wunder: Immerhin ging Ensan auch mit mindestens doppelt so vielen Chips wie seine Kontrahenten am Finaltisch ins Spiel. Optimal für den deutschen Champion: Der Sieg in Vegas hätte fast zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können, denn Ensan sicherte sich mit zehn Millionen US-Dollar den zweithöchsten WM-Jackpot aller Zeiten. 2006 konnte Jamie Gold noch mehr Preisgeld mit nach Hause nehmen und sackte zwölf Millionen US-Dollar ein. Pius Heinz wiederum, der letzte deutsche Champion bei den World Series, musste sich 2011 mit einem Preisgeld von rund 8,7 Millionen US-Dollar zufrieden geben – ebenfalls eine nette Belohnung für die Turnierteilnahme.

    Deutschland hat also wieder einen Poker-König und das rein mit Blick auf die Nationalitäten am Finale-Table zumindest nicht vollständig zu erwarten. Ensan war der einzige Deutsche am Finaltisch, neben ihm waren gleich vier Amerikaner, ein Kanadier, ein Italiener, ein Serbe und ein Brite mit von der Partie. Beschweren kann sich keiner der Final-Spieler. Milos Skrbic schied als erster am Finaltisch aus und konnte sich trotzdem über ein Preisgeld von immerhin einer Million Dollar freuen. Garry Gates nahm als Vierter drei Millionen mit nach Hause, Alex Livingston holte sich als Dritter einen Preis von vier Millionen US-Dollar ab.

    Paar Könige katapultiert Ensan auf den Poker-Olymp

    Schärfster Konkurrent für Ensan war am Finaltisch der Italiener Dario Sammartino, mit dem sich der Deutsche im Kampf um den Titel ein stundenlanges Heads-Up lieferte. Zwar war Sammartino nach dem Spiel wenig überraschend enttäuscht, auch hier dürfte der Schmerz aber schnell verlogen sein. Immerhin nimmt der Italiener ein Preisgeld von satten sechs Millionen US-Dollar mit nach Hause. Zunächst sah es auch lange Zeit so aus, als könne Sammartino den vollen Preisgeld-Koffer mitnehmen. Ensan musste zu Beginn des Heads-Ups trotz oftmals besserer Karten einige bittere Verluste hinnehmen. Nach und nach schwanden die Chips des Deutschen, der zuvor mit drei Mal so vielen Chips wie Sammartino ins Eins-gegen-Eins gegangen war. Dennoch fing sich Ensan wieder und konnte nach 301 gespielten Händen die goldene Hand in Form eines Paar Könige spielen.

    Für Ensan war der Erfolg bei der WSOP der bisher größte Erfolg seiner Karriere. Auch finanziell: Vor dem Turnier erspielte der im Iran geborene Profi ein Preisgeld von rund 2,50 Millionen US-Dollar. In Vegas wurde jetzt das Vierfache bei nur einem Turnier abgeräumt. Und das, obwohl Ensan erst seit gut sechs Jahren regelmäßig bei renommierten Turnieren anzutreffen ist. Künftig wird man ihn dort jedenfalls immer ehrenvoll begrüßen.

    Neben Ensan vier Deutsche unter den Top 100

    Wirklich große Erfolge konnte Deutschland bei der Poker-WM auch in diesem Jahr nicht feiern. Abgesehen von Ensan landeten noch vier weitere deutsche Spieler unter den Top 100. Auf Platz 17 verabschiedete sich Enrico Rudelitz mit einem Preisgeld von rund 356.000 Euro, auf Platz 31 kann Christopher Ahrens rund 233.000 Euro mit nach Hause nehmen. Noch weiter hinten angesiedelt ist Thomer Pidun auf Platz 33 mit ebenfalls rund 233.000 Euro und Henning Wendlandt auf Platz 88 mit rund 74.000 Euro Preisgeld. Für Gesprächsstoff konnte aber auch das Turnier selbst sorgen. Immerhin war es die 50. Ausgabe der World Series, die so mit dem „Big 50“ gebührend gefeiert wurde. Bei einem gebührenfreien Buy-In von 500 US-Dollar wurde ein Preispool von fünf Millionen US-Dollar sowie eine Siegprämie von mindestens einer Million US-Dollar geboten. Insgesamt mehr als 28.370 Spieler folgten dem Aufruf, so dass es sich um das bisher größte jemals ausgetragene Pokerturnier der Welt handelt.

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