Libanon: Erstes offizielles Online Casino geplant

    Wer in Deutschland in einem Online Casino spielen möchte, kann heutzutage aus einer großen Anzahl von Unternehmen seinen Favoriten auswählen. Obwohl auch der deutsche Glücksspielmarkt aber noch weit davon entfernt ist, als perfekt bezeichnet zu können, geht es den deutschen Spielern zumindest in Sachen Vielfalt besser als vielen Spielern in anderen Ländern. Im Libanon zum Beispiel gibt es bislang noch kein einziges offizielles Online Casino. Genau das soll sich jetzt jedoch ändern, denn der staatliche Anbieter, das Casino du Liban, möchte künftig mit einer eigenen Plattform online an den Start gehen.

    Offizieller Start schon in sechs Monaten?

    Jahrelang konnte im Libanon kein einziges offizielles und lizenziertes Online Casino in Anspruch genommen werden. Jetzt allerdings soll es ganz schnell gehen. Wie Roland Khoury, der Vorsitzende des staatlichen Casino du Liban, bekannt gab, möchte man innerhalb der kommenden Monate mit einer eigenen Plattform online gehen, welche sowohl Sportwetten als auch Casinospiele umfassen soll. Der Zeitplan scheint dabei eng gestrickt, denn laut Khoury arbeite man mit Hochdruck daran, die Webseite noch innerhalb der nächsten sechs Monate auf den Markt zu bringen. Im Detail wird der Casino-Vorsitzende von der englischen „Daily Star“ mit den Worten zitiert: „Wir treffen gerade alle Vorbereitungen, um die Online-Glücksspielseite in sechs Monaten aufzustellen. Dieses Online Glücksspiel wird die einzige offizielle und lizenzierte Seite des Staates sein. Die Behörden werden den Rest der Online-Glücksspielseiten blockieren, sobald unsere Webseite ins Leben gerufen wurde.“

    Dass sich das Casino für den Schritt ins digitale Geschäft entscheidet, überrascht nicht wirklich und wird auch von Khoury damit begründet, dass man auch in Zukunft noch ein attraktives Angebot vorlegen und gute Zahlen erreichen wolle. Allerdings betonte der Vorsitzende des Casinos auch, dass sich das Angebot ausschließlich an volljährige Spieler richtet. Einzahlungen mit der Kreditkarte sollen zum Beispiel erst ab einem Alter von 23 Jahren möglich sein.

    Trotz Monopol ist der Druck groß

    Doch diese ganze Mühe nur, um für die Spieler ein attraktives Angebot zur Verfügung zu stellen? Diese Antwort dürfte wohl nur zum Teil als Grund entscheidend sein. Immerhin gehört zur ganzen Wahrheit, dass das staatliche Casino trotz seiner Monopolstellung enorm unter Druck steht. So hat der Staat zum Beispiel die Steuer deutlich erhöht und so muss das Casino mittlerweile bis zum Ende der Lizenz im Jahre 2026 einen Steuersatz von satten 50 Prozent zahlen. Zu Zeigen der Eröffnung waren es in den ersten zehn Jahren lediglich 30 Prozent gewesen, danach wurde der Steuersatz bereits auf 40 Prozent erhöht. Problematisch ist zudem mittlerweile auch die Lage des Casinos, welches sich mehr als 20 Kilometer außerhalb von Beirut befindet. In der Vergangenheit kamen noch viele Spieler aus anderen Ländern zu Besuch, mittlerweile sind es lediglich ein paar irakische Gäste, überwiegend aber einheimische Libanesen. Und noch an anderer Stelle drückt der Schuh: Nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt, auf Zypern, wird gerade an einem rund 400-Millionen-US-Dollar-Resort gewerkelt, welches ebenfalls noch einmal den Druck erhöhen dürfte.

    Aber auch die illegale bzw. nicht lizenzierte Konkurrenz im eigenen Land macht dem Casino zu schaffen. Sowohl online als auch stationär. So gibt es in der gesamten Nation sogenannte Vergnügungszentren, in denen auch Spielautoamten zu finden sind. Diese sind zwar lizenziert und reguliert, zahlen allerdings nur einen enorm geringen Steuersatz, so dass sich die staatlichen Einnahmen durch diese Zentren auf gerade einmal fünf Millionen US-Dollar pro Jahr belaufen. Khoury erklärt: „Wenn diese Gschäfte geschlossen würden und die Spieler in unser Casino kämen, könnte der Staat Steuern in Höhe von circa 200 Millionen Euro pro Jahr einnehmen.“ Zudem bemängelt der Casino-Chef, dass sein Unternehmen bereits jetzt mit rund 45 Millionen US-Dollar pro Jahr deutlich höhere Steuern zahlen müsse.

    Wieder einmal eine Ente?

    Obwohl die Pläne des Casino-Vorsitzenden hinsichtlich der Online-Präsenz durchaus ernst klingen, ist die ganze Angelegenheit erst einmal mit Vorsicht zu genießen. Bereits vor rund zwei Jahren wollte das Casino online durchstarten, musste den Angriff aufgrund Unstimmigkeiten in der Politik aber erst einmal abblasen. Auch jetzt scheint es demnach längst noch nicht sicher, dass sich der Start auch tatsächlich so entwickeln wird, wie von Khoury gewünscht. Unklar ist zum Beispiel noch, wie genau die technische Umsetzung erfolgen soll, bzw. welche internationalen Unternehmen dem Casino hierbei unter die Arme greifen werden. Alleine dürfte es für das Casino du Libanon ansonsten kaum möglich sein, seine eigenen Spielangebot auch online präsentieren zu können. Angesichts dieser Umstände scheint der Zeitplan mit gut sechs Monaten doch enorm sportlich.

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