Glücksspiel: Gewinne der britischen Branche sind rückläufig

    Erstaunliche Nachrichten wurden von der britischen Gambling Commission vermeldet. Die Glücksspielbehörde von Großbritannien teilte mit, dass die Gewinne der Unternehmen im Glücksspielbereich von April 2018 bis Ende März 2019 leicht zurückgegangen sind – um rund 0,3 Prozent. Noch immer geht es der Branche mit einem Bruttoertrag von rund 14,4 Millionen Pfund gut, dennoch sehen Zyniker bereits eine schwarze Zukunft – vor allem aufgrund der immer stärkeren Regulierung.

    Noch nie zuvor einen Rückgang erlebt

    In den letzten Jahren ging es für die gesamte Glücksspielbranche in Großbritannien in der Regel steil und stetig bergauf. Jetzt allerdings befindet sich diese laut der zuständigen Glücksspielbehörde zum ersten Mal in einer unbekannten Situation: Der Bruttospielertrag hat nachgelassen. Noch nie zuvor ist das geschehen. Zwar gehen die Behörden nur von einem Rückgang in Höhe von 0,3 Prozent aus, dennoch sorgen diese Mitteilungen in Teilen der Branche für Unruhe. Denn: Betroffen sind vor allem die Online Casinos. Hier wurde ein Bruttospielertrag von rund 5,3 Milliarden Pfund eingefahren, was im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 0,6 Prozent bedeutet.

    Deutlich wurden diese Zahlen in der Auswertung der Glücksspielbranche, die jedes Jahr zum Ende eines Jahres von der britischen Gambling Commission veröffentlich wird. Hier auch zu erkennen ist aber, dass der Online-Markt noch immer eine enorm wichtige Stellung in Großbritannien hat. Etwas mehr als 37 Prozent der Gesamterträge auf dem britischen Glücksspielmarkt stammen von den Anbietern im Internet.

    Casinos beliebter, Wetten weniger gefragt

    Interessant zu betrachten ist in der Auswertung der Gambling Commission zudem die Aufteilung der unterschiedlichen Märkte. Hier haben die Online Casinos den Online Wetten offenbar mittlerweile den Rang abgelaufen. Zumindest, was das Wachstum und die Einnahmen betrifft. 3,1 Milliarden Pfund generierten die Casinos online, die Wettanbieter rund zwei Milliarden Pfund. Der Bruttospielertrag der Casinos konnte laut Behörden um rund 6,0 Prozent gesteigert werden – ein beachtliches Wachstum, welches laut Bericht vor allem durch die Beliebtheit vom Online Roulette vorangetrieben wird. Etwas anders sieht es mit dem Bruttospielertrag bei den Wetten aus. Die Buchmacher mussten demnach einen Rückgang von gut 200 Millionen Pfund hinnehmen – rund zehn Prozent. Der Umsatz allerdings legte zu, so dass Experten vor allem die Investitionen der Branche dafür verantwortlich machen, dass der Bruttospielertrag gesunken ist.

    Wie die Auswertung zeigt, leidet die gesamte britische Glücksspielbranche in den letzten Monaten unter einem minimalen Rückgang. 0,3 Prozent weniger Erträge kann die Industrie vorweisen, wobei laut UKGC hier zum Beispiel noch nicht die Einsatzvorgaben für die FOBTs im stationären Betrieb mit einfließen. Wie Experten berichten, könnten diese die Ergebnisse in den kommenden Monaten noch einmal deutlich drücken. Ebenso wie eine mögliche Einführung der Einsatzlimits in Online Casinos. Insgesamt sind die Zahlen damit noch kein Anlass zur Panik, sollten aber Denkanstöße liefern. Immerhin sind in diesem Wirtschaftszweig in Großbritannien mehr als 100.000 Menschen beschäftigt.

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