Crown Barangaroo Casino: Eröffnung noch in diesem Jahr?

    So wirklich positiv waren die Schlagzeilen rund um die Crown Resorts in Australien in den letzten Wochen und Monaten nicht. Der Konzern muss sich gemeinsam mit Gründer und Betreiber James Packer gegen scharfe Kritik wehren und ist hier auch noch keinesfalls „aus dem Schneider“. Das Geschäft muss aber weitergehen. Und das vielleicht sogar in diesem Jahr noch mit zusätzlicher Power. Wie James Packer jüngst mitteilte, wolle man das neue Crown Barangaroo Casino in Sydney noch in diesem Jahr eröffnen. Damit wäre der Bau wesentlich früher als geplant abgeschlossen.

    Statt 2021: Vorzeitige Eröffnung im Crown Barangaroo Casino?

    Auch wenn in Australien derzeit nur wenige Menschen an Spielcasinos denken, wird die Metropole Sydney wohl künftig um ein neues spielerisches Wahrzeichen reicher. Die Crown Resorts sind hier bereits seit geraumer Zeit mit dem Bau des Crown Barangaroo Casinos beschäftigt. Hierbei handelt es sich um ein 75 Stockwerke hohes Gebäude, welches in der Skyline Sydneys künftig das höchste Gebäude darstellen wird. Das Hotel Casino & Resort soll nach dem Bau nicht nur sechs Sterne vorweisen können, sondern auch ein exklusives Penthouse beherbergen. Kosten für dieses: Rund 100 Millionen AUD – damit wäre es das teuerste Penthouse im ganzen Land. Auch für die Spieler ist natürlich gesorgt. Neben Tausenden Automaten sollen auch fast 500 Spieltische für Roulette, Poker, Black Jack oder Baccarat angeboten werden.

    Und: Allzu lange werden die Australier auf ihr neues Mega-Casino wohl nicht mehr warten müssen. Nachdem die Eröffnung ursprünglich für das erste Halbjahr 2021 vorgesehen war, vermeldete Packer gegenüber australischen Medien jüngst, dass wohl schon einige Monate früher eröffnet werden kann. Angepeilt sei nun ein Eröffnungstermin an Weihnachten 2020. Wenig überraschend erklärte Packer gegenüber den Medien zudem, dass er sehr erfreut über die Entwicklungen rund um das neue Casino sei. Übrigens: Packer und seine Familie haben sich ebenfalls stark in der Unterstützung gegen die Feuer in Australien engagiert und einen Betrag von rund fünf Millionen AUD gespendet. Dies ist bisher die größte Einzelspende im Kampf gegen die seit Wochen wütenden Busch-Feuer. Aufgrund der gestiegenen Gefahr für Naturkatastrophen vermeldete zum Beispiel jüngst das Reef Casino deutlich steigende Ausgaben für die Versicherung des Casinos.

    Crown Resorts weiter im Fokus

    Nicht nur für die Metropole Sydney sind diese Nachrichten in der aktuellen Lage eine willkommene Abwechslung, sondern auch für den Glücksspielkonzern. Vorsichtig gesagt lief es in den letzten Monaten alles andere als rund für die Resorts. So musste sich der Konzern vom asiatischen Markt zurückziehen, da hier offenbar zu aggressiv für das eigene Angebot geworben wurde. Zusätzlich dazu laufen weiterhin die Ermittlungen, ob die Crown Resorts in Melbourne mit mafiösen Strukturen zusammengearbeitet haben und möglicherweise ein Teil von Geldwäsche-Aktivitäten waren. Konkret wird dem Unternehmen hier zur Last gelegt, die Geldwäsche durch chinesische Kriminelle in den eigenen Räumlichkeiten geduldet zu haben. Zudem sollen die Resorts mit illegalen Anbietern aus Macau zusammengearbeitet haben, die wiederum für solvente Spielkunden aus China sorgten. Als wäre das noch nicht genug, wird den Resorts zudem vorgeworfen, Teile der Einwanderungsbehörde bestochen und so eine leichtere Einreise der chinesischen Highroller ermöglicht zu haben. Harter Tobak, der von der NSW Independent Liquor and Gaming Authority in den kommenden Wochen genauer untersucht werden soll.

    Wichtige Untersuchungen stehen Packer bevor

    Für James Packer werden diese Untersuchungen gleich in doppelter Hinsicht relevant sein. Zum einen soll geprüft werden, ob der Milliardär seine Lizenz für Sydney weiterhin behalten darf. Sollte  dem nicht so sein, könnte sich die Eröffnung des Crown Barangaroo Casinos noch zu einem echten Fiasko entwickeln. Experten gehen allerdings davon aus, dass Packer auch nach den Untersuchungen seine Lizenz behalten darf. Nicht ausgeschlossen ist allerdings, dass möglicherweise spezielle Einschränkungen bei der Packer-Lizenz greifen. In zweiter Hinsicht werden die Untersuchungen auch mit Blick auf einen möglichen Verkauf der eigenen Anteile sein. Packer plant offenbar, 20 Prozent an den chinesischen Milliardär Lawrence Ho zu veräußern.  Auch hier könnte das Untersuchungsergebnis also möglicherweise noch eine Hürde in den Weg legen.

    Ohnehin ist der Verkauf an den Milliardär Ho in Australien keinesfalls unumstritten. Ho wird immer wieder von den Medien des Landes mit kriminellen Organisationen in Verbindung gebracht und ist vielen Politikern in Australien ein Dorn im Auge. Speziell dann, wenn es um die Glücksspiel-Aktivitäten von Ho geht. Auch wenn die Nachrichten über eine vorzeitige Eröffnung also erst einmal als positive Mitteilungen bezeichnet werden können, scheint das Konstrukt noch auf zumindest etwas angeschlagenen Beinen zu stehen. Sollten die Untersuchungen zu Ungunsten des Milliardärs ausfallen, wird sich dieser möglicherweise etwas einfallen lassen müssen. In den nächsten Tagen und Wochen dürfte sich der neu geplant Eröffnungstermin an Weihnachten also entweder bestätigen oder ablehnen lassen. Vorausgesetzt, die verheerenden Brände im Land machen den Plänen hier nicht ebenfalls noch einen Strich durch die Rechnung.