Bitkom: Smartphone-Gaming führt die Branche an

    Der Branchenverband Bitkom nimmt regelmäßig die Gewohnheiten von Spielern unter die Lupe und analysiert auf diesem Wege die Glücksspielbranche und mögliche Trends. Ganz vorne liegt dabei laut dem aktuellsten Bericht das Smartphone-Gaming. Darüber hinaus warten aber noch zahlreiche weitere Trends, die auch für die Casino-Branche in den kommenden Monaten und Jahren von Bedeutung sein dürften.

    Wachsende Mobilität spiegelt sich beim Gaming wider

    Das Smartphone ist den Menschen heilig. Ganz so drastisch drückt es der Branchenverband Bitkom zwar nicht aus, dennoch kommt auch hier eine aktuelle Studie zu dem Ergebnis, dass die Smartphones im Bereich des Gamings weiterhin auf der Überholspur sind. Wie der Branchenverband mitteilte, würden die Smartphones mittlerweile sogar vor den Spielekonsolen rangieren. 85 Prozent beträgt der Nutzeranteil demnach bei den Smartphones, bei den Konsolen sind es wiederum nur 77 Prozent. Klar und deutlich verlagert sich die Gaming-Branche damit immer stärker in Richtung des mobilen Spiels. Dass allerdings selbst die Spielekonsolen überholt werden können, überrascht ein wenig. Noch vor einem Jahr brachte die Studie des Branchenverbandes mit 79 Prozent Nutzeranteil zwar schon einen großen Anteil der Smartphones hervor, diese waren den Konsolen mit 85 Prozent damals allerdings noch unterlegen.

    Bestätigt wurden die Ergebnisse offiziell auch noch  einmal von Olaf May, der als Mitglied des Präsidiums bei Bitkom tätig ist. Dieser erklärte bei der Präsentation der Ergebnisse: „Mobiles Gaming liegt voll im Trend. Die Mobilität in der Gesellschaft wächst stetig, ebenso wie die mobile Konnektivität. Dies spiegelt sich auch bei den Gaming-Vorlieben wider.“

    Männer spielen eher als Frauen

    Ebenfalls bestätigt wird der Trend in der Bitkom-Studie dadurch, dass die Tablets, welche  den Smartphones zumindest ähnlich sind, ebenfalls zulegen konnten. Der Nutzeranteil lag im letzten Jahr bei 53 Prozent, ist mittlerweile aber auf 60 Prozent gestiegen. Am klassischen Computer spielen mit 47 Prozent nur noch die wenigsten Spieler, Notebooks haben einen Rückgang von 78 Prozent im Vorjahr auf jetzt nur noch 74 Prozent zu verzeichnen. Abgesehen vom jeweiligen Endgerät hat die Bitkom-Studie aber noch weitere Dinge untersucht. So kam zum Beispiel heraus,  dass 43 Prozent der Befragten über sich selbst sagen würden, dass sie ab und an spielen. Männer sind dabei mit 45 Prozent gegenüber Frauen mit 41 Prozent etwas aktiver.

    Mit Blick auf die Altersklassen lässt sich sagen, dass das Spiel auch in allen Altersklassen angekommen ist. So gaben immerhin 13 Prozent der über 65-Jährigen an, dass sie sich selbst als Gamer bezeichnen würden. Je weiter das Alter dabei nach unten geht, desto stärker trifft die Aussage der Studie zufolge nach zu. Über 50-Jährige bezeichnen sich demnach in 25 Prozent der Fälle als Gamer, während es bei den 30- bis 49-Jährigen immerhin 65 Prozent sind. Noch größer fällt nur die Gruppe der Spieler im Alter bis 29 aus. Hier „zocken“ 71 Prozent der Befragten. Kurios: Unabhängig vom Geschlecht gaben 52 Prozent aller Spieler an, dass sie die Darstellung von Frauen in Spielen für nicht mehr zeitgemäß empfinden würden. Bei den Spielerinnen lag dieser Anteil mit 82 Prozent sogar noch deutlich höher. 49 Prozent der Befragten würden sich demnach zudem wünschen, dass in den Videospielen mehr starke weibliche Charaktere eine Rolle spielen würden.

    Casino-Branche wird hellhörig

    Interessante Zahlen bringt die Bitkom-Studie auch für die Casino-Branche hervor, die mittlerweile in großen Teilen ebenfalls auf das mobile Spiel ausgerichtet ist. So dürfte die Anbieter hier zum Beispiel interessieren, dass die Spieler laut Bitkom immer stärker bereit dafür sind, Geld für ihr mobiles Hobby in die Hand zu nehmen. Demnach lag der Anteil der mobilen Spieler, der bereit war, Geld für die mobilen Spiele auszugeben, 2017 noch bei etwas mehr als 50 Prozent. Mittlerweile ist man bei gut 64 Prozent angekommen. Gleichzeitig offenbart die Studie, dass viele Befragte großes Potenzial in der virtuellen Realität sehen. Auch diese Thematik beschäftigt die Glücksspielindustrie bereits seit einigen Monaten. 23 Prozent der Befragten gaben an, dass sie eine VR-Brille besitzen würden. 25 Prozent erklärten, dass sie den Einsatz einer derartigen Brille schon einmal getestet haben, 20 Prozent gaben an, dass sie dies in der Zukunft sehr wahrscheinlich tun werden.

    Für die Spieler wird sich in den kommenden Monaten und Jahren auf dem Gambling-Markt definitiv noch eine Menge tun. Speziell das mobile Spiel und auch die VR sind Themen, mit denen die Glücksspielbranche unbedingt arbeiten möchte. Gleichzeitig bedeuten die wachsenden Möglichkeiten aber auch eine Zunahme an Anforderungen für den Spieler und die Rahmenbedingungen. Schnelles Internet wird dann nur einer von mehreren Faktoren sein, auch die Rechenleistung der Endgeräte wird eine immer wichtigere Rolle spielen. Bis in Deutschland wirklich alle Rahmenbedingungen stehen, dürften noch einige Jahre vergehen. 2021 immerhin soll in der Bundesrepublik flächendeckend das schnelle 5G-Netz verfügbar sein. Dies soll künftig nicht nur die Elektromobilität und Digitalisierung weiter vorantreiben, sondern auch dafür sorgen, dass noch schnelleres Internet genutzt werden kann. Den deutschen Casinospielern und Gamern stehen somit unterhaltsame Zeiten bevor – wenn auch wohl noch nicht in der unmittelbaren Zukunft.

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