1xBet: Nächster Rückschlag für russischen Glücksspielanbieter

    Erst vor wenigen Wochen musste der bekannte Glücksspielanbieter 1xBet sein Portfolio vom britischen Markt entfernen. Der Grund hierfür waren Ermittlungen der Gambling Commission, die offenbar gleich mehrere Verstöße gegen das britische Glücksspielgesetz ausfindig machen konnte. Ärger gibt es rund um den Anbieter aber weiterhin, denn gleich mehrere Sportvereine sind Partnerschaften mit dem Glücksspielkonzern eingegangen. Tottenham Hotspur allerdings hat diese Kooperation auf Druck der Gambling Commission jetzt beendet.

    Mehrere Verstöße gegen den Glücksspielanbieter

    Im Jahre 2007 beginnt die bis vor wenigen Monaten als Erfolgsgeschichte betrachtete Historie von 1xBet. Der russische Anbieter hat wie kaum ein zweiter Glücksspielkonzern in den letzten Jahren auf das Marketing-Pedal gedrückt und Unsummen in Partnerschaften bzw. Kooperationen investiert. Mit angenehmen Folgen, denn das Angebot der Russen konnte binnen weniger Jahre auf ein beeindruckendes Niveau heranwachsen. Nachdem man bei 1xBet bisher also ausschließlich positive Seiten kennenlernen durfte, wird der Gegenwind jetzt rau. Und das sogar in mehrfacher Hinsicht. Vor allem in Großbritannien.

    Erst im August hat sich der Glücksspielanbieter hier vom Markt verabschiedet. Der Grund dafür lag in Ermittlungen der Gambling Commission, welche offenbar auch zahlreiche Verstöße gegen das Glücksspielgesetz feststellen konnte. So soll 1xBet zum Beispiel Wetten auf Hahnenkämpfe angeboten haben. Gleichzeitig konnten die Kunden hier offenbar auf Veranstaltungen mit minderjährigen Teilnehmern wetten, ebenso soll verbotene Werbung ausgestrahlt worden sein. Auch das Casino geriet aufgrund der Verbindungen zur Pornogröße „PornHub“ ins Visier.

    Gambling Commission kontaktiert Werbepartner

    Die Folge der Ermittlungen war der Rückzug der Russen. Beendet ist die Angelegenheit für die britische Gambling Commission damit aber offenbar noch nicht. Stattdessen laufen weiterhin Ermittlungen gegen das Glücksspielunternehmen, gleichzeitig hat sich die Behörde schriftlich an die Werbepartner gewandt. Die Behörde teilte hierzu mit: „Wir haben uns kürzlich an den FC Liverpool, den FC Chelsea und Tottenham Hotspur gewandt, um sie daran zu erinnern, dass Organisationen, die sich auf ein Sponsoring und damit verbundene Werbemaßnahmen mit einem nicht lizenzierten Betreiber einlassen, möglicherweise strafrechtlich verfolgt werden. Für das Vergehen, illegales Glücksspiel zu bewerben.“

    Als Reaktion auf diese Benachrichtigung teilten die Tottenham Hotspur mit, dass man die Zusammenarbeit mit 1xBet unverzüglich beenden wolle. Die beiden anderen Vereine haben dies bisher nicht nicht bestätigt. Beim FC Chelsea heißt es, man würde die Situation erst einmal weiter im Auge behalten. Der FC Liverpool äußerte sich bisher gar nicht.

    1xBet setzt Werbeaktivitäten erst einmal aus.

    Geäußert hat sich dafür allerdings der Glücksspielkonzern selbst. In der bekannten britischen Zeitung „Sunday Times“ heißt es: „Wir nehmen die Behauptung, dass die Marke 1xBet von verbotenen Websites beworben wurde, sehr ernst, denn das verstößt gegen unsere strengen Richtlinien und wir haben bereits eine Untersuchung eingeleitet. Bis diese abgeschlossen ist, halten wir es für verantwortungsvoll, unsere Werbeaktivitäten in Großbritannien auszusetzen.“ Sollten die Vorwürfe bereinigt werden können, steht einem Comeback wohl erst einmal nichts im Wege. Allerdings gibt es auch an anderer Stelle schlechtes Licht, welches zumindest zum Teil auch auf 1xBet geworfen wird.

    Im Fokus der Glücksspielbehörden steht demnach offenbar auch die Arbeit des Entwicklers FSB Tech. Das ist eben jener Entwickler, der auch die Webseite von 1xBet auf dem britischen Markt betrieben hat. Zusätzlich dazu ist FSB Tech noch für zahlreiche weitere Angebote zuständig. Auch hier wurde bekannt, dass die britische Glücksspielkommission eine Ermittlung gegen den Provider einleitet. Die Behörde bezieht sich hierbei auf den Gambling Act aus dem Jahre 2005 und die darin enthaltene Sektion 116. Nach dieser kann die Glücksspielbehörde einen Lizenznehmer dann überprüfen, wenn man eine Prüfung für angemessen halte oder dieser Vorgänge fördere, die nicht durch die Lizenzbestimmungen abgedeckt sind.

    Auch FSB Tech verteidigt sich

    Der Entwickler FSB Tech hat sich zu dem Vorfall ebenfalls bereits zu Wort gemeldet. Wie Geschäftsführer David McDowall bekanntgab, handele es sich bei den Unstimmigkeiten lediglich um White-Label-Partner. Künftig werden diese aber ebenso intensiv mit der Behörde zusammenarbeiten wie FSB Tech selbst. Gleichzeitig erklärte der Geschäftsführer, dass dann auch die bestehenden Bedenken der Behörden zeitnah aus dem Weg geräumt werden könnten. Alles in allem also ein unruhiger Start in die neue Woche auf dem britischen Glücksspielmarkt. Diese stürmischen Tage dürften für FSB Tech und 1xBet auch noch lange nicht vorbei sein. Allerdings: Sollten beide Seiten gute Gründe für ein mögliches Fehlverhalten liefern können, dürfte die Sanktion durch die Behörde möglicherweise nicht allzu stark ausfallen. Zugute kommen dürfte gerade 1xBet, dass den Kunden durch das Fehlverhalten kein Schaden zugefügt wurde.

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